In diesem Interview erhalten Sie exklusives Hintergrundwissen! Mit HR-Expertin Frau Prof. Dr. Merkwitz sprechen wir über die Häufigkeit, den Zeitpunkt und den Ablauf eines Mitarbeitergespräches. 

 

Die Aufgabengebiete der Führungskräfte weiten sich immer mehr aus. Dadurch wird es zunehmend wichtiger, dass Mitarbeiter selbstständig und zuverlässig arbeiten. Möglich ist dies durch ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Teammitgliedern und des Vorgesetzten. Beeinflusst werden kann dies durch Mitarbeiter-Feedbackgespräche. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Gespräch, wie kann es geführt werden und in welchen Zeitintervallen?

 

Diese und mehr Fragen zum Thema beantwortet uns die Personalexpertin Frau Prof. Dr. Merkwitz.

 

 

Ganz allgemein: Wie oft, wann und sollten überhaupt Zielvereinbarungen mit Mitarbeitern getroffen werden?

Das Mitarbeiterfeedbackgespräch ist in Unternehmen häufig ein wichtiges Instrument und stellt eine zentrale Maßnahme bei der Mitarbeiterführung dar.

Heutzutage bringen Mitarbeiter viele Kompetenzen mit ins Unternehmen. Enge Führung durch Vorgesetzte ist bei diesen Mitarbeitern somit nicht mehr in dem Maße nötig wie noch vor einigen Jahren. Stattdessen vereinbart der Vorgesetzte und der Mitarbeiter Ziele, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt sein müssen. Für das Erreichen der Ziele ist der Mitarbeiter selbst verantwortlich. Ein oder zweimal im Jahr wird ein Gespräch zwischen dem Mitarbeiter und Vorgesetzten angesetzt. In diesem Gespräch wird über das Erreichen der Ziele gesprochen. Zum einen schätz der Mitarbeiter seine Arbeitsleistung selbst ein, zum anderen gibt die Führungskraft dem Mitarbeiter Feedback zu seiner Arbeitsleistung. Bei dieser Konstellation wird von der sogenannten Selbst- und Fremdeinschätzung gesprochen. Am Ende werden beide Einschätzungen verglichen und die Übereinstimmung überprüft.

Diese Gespräche dienen außerdem dazu, ob und welche Gehaltsmaßnahme ein Mitarbeiter erhält, welche nächste Position den Mitarbeiter empfohlen wird und wo der Mitarbeiter Weiterbildungsbedarf hat. Durch die genannten Aspekte wird ersichtlich, dass das Mitarbeitergespräch ein zentrales Instrument darstellt und viele personalrelevante Themen abdeckt. Diese sind die Leistungsbeurteilung, Motivation des Mitarbeiters, Gehaltsmaßnahmen, Weiterbildung und die Potenzialaussage.

Alexander Schmid spricht über seine eigene Erfahrung in großen Unternehmen. Als Angestellter erhielt er selten Feedbackgespräche. Allerdings empfand er es sehr positiv, wenn ein Gespräch stattfand. Dadurch konnte er seine Arbeitsleistung besser einschätzen. 

Laut Frau Prof. Dr. Merkwitz ist Feedback immer wichtig. Unser Gast gibt an, dass im Vergleich zu den USA in Deutschland wenig gelobt wird. Deshalb ist es ihrer Meinung nach besonders wichtig die oben genannten Instrumente und Maßnahmen zur Verfügung zu stellen und anzuwenden. Dadurch entsteht ein Anspruch, den Mitarbeitern mindestens einmal jährlich Feedback zu geben.

Besonders wichtig sind Feedbackgespräche in der Anfangs- und Probezeit. Dabei wird vom Onboarding gesprochen. Durch das Feedback kann der Mitarbeiter besser einschätzen, ob er den Anforderungen und Erwartungen der Führungskraft und des Unternehmens gerecht wird.

Das Gespräch als Podcast:


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Quelle

Winkler, B. und Hofbauer, H. (2010). Das Mitarbeitergespräch als Führungsinstrument – Handbuch für Führungskräfte und Personalverantwortliche. Abgerufen am 26. Juni 2018 von https://leseprobe.buch.de/images-adb/0e/46/0e4696ae-6c72-4af6-9cae-683f25469a62.pdf 

 

About Daniela Reisinger

*25.03.1991, Fachwirtin für Versorgungs- und Eventmanagement, im März 2016 Start des Studiums der Wirtschaftspsychologie und seit Dezember 2017 tätig für IRECC