In diesem Interview bekommen wir wertvolle Tipps. Mit der HR-Expertin Frau Prof. Dr. Merkwitz sprechen wir über das Thema Recruiting. Wie sich die Abläufe durch Gegebenheiten wie die Digitalisierung, den Fachkräftemangel und die Generation Y verändert hat, ist Teil des Gespräches. 

 

Durch das Internet und die Entstehung von Jobbörsen, sowie Berufsnetzwerken hat sich das Recruiting verändert. Vor allem die Generation Y und die folgenden Generationen werden wohl keine Tageszeitung mehr nach Stellenangeboten durchforsten, sondern im Web nach einer neuen beruflichen Herausforderung suchen.

 

Wir haben unsere HR-Expertin Prof. Dr. Merkwitz zu diesen Themen gefragt.

 

 

Was empfehlen Sie? Wie kommt man effektiv an gute Mitarbeiter?

Zeiten in denen Mitarbeiter durch Stellenanzeigen in Tageszeitungen rekrutiert werden sind definitiv vorbei. Wir haben einen Wechsel in das Internet. Vorwiegend arbeitet Frau Merkwitz mit Stellenbörsen wie StepStone, Monster.de oder anderen (oder natürlich www.real-estate-career.com).

Zweiter Wechsel ist die starke Aufwertung des Beziehungsrecruitings. Das heißt, aktuelle Mitarbeiter empfehlen an ihre Bekannten, Freunde und Verwandten das Unternehmen. Diese Vermittlungen stellen sich meist als sehr erfolgreich heraus, da die Mitarbeiter bereits eine gewisse Begeisterung und Kenntnisse über das Unternehmen haben.

Als dritten Punkt nennt Frau Prof. Dr. Merkwitz das Social Media Recruiting. Dabei handelt es sich um einen extrem wichtigen Bereich, welcher sich in den letzten 5 Jahren enorm entwickelt hat. Damit ist die Suche und Vermittlung von potenziellen Arbeitnehmer über beispielsweise Xing, LinkedIn, Facebook und andere soziale Medien gemeint. Die Plattformen werden gewählt, um mit potenziellen Arbeitnehmern in Kontakt zu treten. Wichtig hierbei, das Active Sourcing. Dabei wird aktiv auf Profilen von sozialen Netzwerken nach gewissen Profilen, Kenntnissen und Fähigkeiten gesucht ohne die Bewerber zu kennen. Über Keywords wird eine gewisse Fachexpertise recherchiert.

Im Bereich der Führungskräfte nimmt im Moment das Headhunting zu. Dabei handelt es sich um Personalsuche über spezialisierte Personalvermittler. Besonders für den Bereich der Experten und der hochqualifizierten Führungskräfte stellen sie für das Recuriting eine wichtige Unterstützung dar.

 

Kann man sagen, das ein Unternehmen Führungskräfte besser durch Headhunting rekrutieren kann?

Wir befinden uns in einem War for Talents. Durch den demographischen Wandel haben wir eine große Gruppe von Arbeitnehmern, die aktuell und innerhalb der nächsten Jahre in die Rente eintreten oder bereits eingetreten sind. Viele dieser frei werdenden Stellen sind schwer zu besetzten, da die Gruppe der Nachfolger wesentlich kleiner ist. Die Folge durch den demographischen Wandel ist, dass wir in den nächsten Jahren immer weniger Personal auf dem Arbeitsmarkt haben.

Das zweite ist, in Deutschland haben wir eine Gruppe von ungefähr 60 % der Arbeitnehmer, die aktuell in Ihrem Job nicht unzufrieden sind, allerdings potenziell bereit wären den Job zu wechseln. Diese Gruppe sucht nicht aktiv nach einer neuen Stelle, lässt sich allerdings leichter über Headhunter oder Personalvermittler ansprechen und abwerben. Bekommen sie ein Angebot eines Headhunters, denken sie grundsätzlich über einen Wechsel nach. Das heißt, diese Kandidaten sind selbst nicht aktiv auf der Suche, aber interessiert und werden nur auf diesem Weg erreicht.

 

Kommt es vor und ist es kritisch zu sehen, wenn eine Personalabteilung bei einer anderen Firma Active Sourcing betreibt?

Ja, das kommt durchaus vor. Active Sourcing bedeutet, potenzielle Bewerber anzusprechen, welche in einem anderen Job tätig sind. Das wird heute nicht mehr negativ gesehen. Die meisten Unternehmen machen Active Sourcing, vor allem die Großen. Für kleinere Unternehmen ist es eine Frage der Kapazität. Besteht die Personalabteilung aus 3 Mitarbeitern ist es fraglich ob Ressourcen für ein Active Sourcing zur Verfügung stehen, oder ob es sinnvoll ist einen Personalvermittler einzuschalten. Jene gehen ganz gezielt auf die Suche und Unternehmen können sie bei Bedarf flexibel einsetzen.

 


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About Daniela Reisinger

*25.03.1991, Fachwirtin für Versorgungs- und Eventmanagement, im März 2016 Start des Studiums der Wirtschaftspsychologie und seit Dezember 2017 tätig für IRECC